Kein Mensch flieht einfach nur so!

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Das Flüchtlingswohnheim Heumaden

Kirchheimer Straße 142 – 148

1992 wurden drei Doppelgebäude als städtisches Flüchtlingswohnheim errichtet und zunächst mit 200 Asylbewerbern, die zuvor in Turnhallen und anderen Notquartieren gelebt hatten, belegt.

Die drei Häuser wurden in einfachster Weise gebaut. Jedem Bewohner stand bis 2019 eine persönliche Wohnfläche zum Schlafen, Essen, Lernen usw. von 4,5 Quadratmetern (seit 2020 sind es 7 qm) zur Verfügung. Es gibt 2er, 3er und 4er-Zimmer.  Pro Stockwerk mit 6 Zimmern, in denen heute bis zu 14 Personen wohnen, gibt es eine Gemeinschaftsküche und zwei Gemeinschaftsduschen.

Im Jahre 2015 wurde ein viertes Doppelgebäude in Fertigbauweise erstellt. Aufgrund der damals  hohen Anzahl von Flüchtlingen blieb es  bis zum Vorjahr zunächst bei der Aufteilung der Flächen  wie in den alten Gebäuden.

Inzwischen wurden in den 4 Gebäuden 25 Einzelzimmer eingerichtet, die vom Sozialamt der Stadt Stuttgart mit Geflüchteten belegt werden, die einen besonders hohen Betreuungsbedarf haben.

Der Anteil von Familien (60 %) zu Einzelpersonen (40%) konnte erhalten werden, wie von der Stadt Stuttgart vor vielen Jahren  zugesagt.

Derzeit leben im Flüchtlingswohnheim  170  Flüchtlinge aus 24 verschiedenen Ländern. Sie kommen aus fast allen Krisenregionen dieser Welt.  

Der Arbeitskreis Flüchtlinge

Gerade als im Herbst 1992 das Flüchtlingswohnheim eröffnet werden sollte, haben Neonazis in Hoyerswerda, Rostock und Mölln Flüchtlingsunterkünfte angezündet und in Kemnat, ganz in unserer Nähe, den Kosovo-Albaner Sadri Berisha im Schlaf erschlagen.

In Sorge um den sozialen Frieden im Stadtbezirk und aus Furcht, den Bewohnern des Flüchtlingswohnheimes Heumaden könnte Ähnliches widerfahren, haben deshalb drei Dutzend Sillenbucher Bürger im November 1992 den Arbeitskreis Flüchtlinge gegründet. Sie wollten persönlich etwas dazu beitragen, dass einheimische Deutsche und ausländische Flüchtlinge im Stadtbezirk Sillenbuch friedlich zusammen leben können.