Kein Mensch flieht einfach nur so!

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Das Flüchtlingswohnheim Heumaden

1992 wurden drei Doppelgebäude als städtisches Flüchtlingswohnheim errichtet und zunächst mit 200 Asylbewerbern, die zuvor in Turnhallen und anderen Notquartieren gelebt hatten, belegt.

Die drei Häuser wurden in einfachster Weise gebaut. Jedem Bewohner steht eine persönliche Wohnfläche zum schlafen, essen, lernen usw. von 4,5 Quadratmetern zur Verfügung. Es gibt 2er, 3er und 4er-Zimmer. So lebt z.B. eine Familie mit zwei Kindern in einem 18 Quadratmeter großen Raum. Pro Stockwerk mit 6 Zimmern, in denen 18 Personen wohnen, gibt es eine Gemeinschaftsküche und zwei Gemeinschaftsduschen.

Im Jahre 2015 wurde ein viertes Doppelgebäude in Fertigbauweise erstellt. Aufgrund der derzeitigen hohen Anzahl von Flüchtlingen bleibt es auch hier bei der Aufteilung der Flächen wie in den alten Gebäuden. Nunmehr leben im Flüchtlingswohnheim 265 Flüchtlinge aus 26 verschiedenen Ländern. Sie kommen aus fast allen Krisenregionen dieser Welt.  

Der Arbeitskreis Flüchtlinge

Gerade als im Herbst 1992 das Flüchtlingswohnheim eröffnet werden sollte, haben Neonazis in Hoyerswerda, Rostock und Mölln Flüchtlingsunterkünfte angezündet und in Kemnat, ganz in unserer Nähe, den Kosovo-Albaner Sadri Berisha im Schlaf erschlagen.

In Sorge um den sozialen Frieden im Stadtbezirk und aus Furcht, den Bewohnern des Flüchtlingswohnheimes Heumaden könnte Ähnliches widerfahren, haben deshalb drei Dutzend Sillenbucher Bürger im November 1992 den Arbeitskreis Flüchtlinge gegründet. Sie wollten persönlich etwas dazu beitragen, dass einheimische Deutsche und ausländische Flüchtlinge im Stadtbezirk Sillenbuch friedlich zusammen leben können.